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Thema:

Transportintensität und Energieeffizienz im Verkehr

Bis auf das Jahr 2009 nahm die Transportintensität im Güterverkehr zu und steht so einer nachhaltigen Entwicklung entgegen. Auch der Energieverbrauch stieg in diesem Verkehrsbereich trotz verbesserter Energieeffizienz aufgrund des wachsenden Verkehrsaufwandes weiter an. Im Personenverkehr sind sowohl die Transportintensität - ebenfalls bis auf das Jahr 2009 - als auch der absolute Energieverbrauch seit 2004 kontinuierlich gesunken.

Transportintensität

Mittel- bis langfristig kann eine nachhaltige und damit umweltverträgliche Mobilität vor allem dann realisiert werden, wenn das Wachstum des Güter- und Personenverkehrs insgesamt verringert und vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt wird. Die Transportintensität setzt den Verkehrsaufwand des Güter- und Personenverkehrs ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Bei gleich bleibendem oder möglichst sinkendem Verkehrsaufwand (gemessen in Tonnen- bzw. Personenkilometern) und wachsender volkswirtschaftlicher Gesamtleistung (BIP) und damit sinkender Transportintensität geht die Gesellschaft effizienter mit ihren Ressourcen um und die Umwelt wird weniger belastet.

Die Bundesregierung setzt sich in ihrer Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel, einen Rückgang der Transportintensität um rund 5 % im Güterverkehr und 20 % im Personenverkehr bis 2020 bezogen auf das Jahr 1999 zu erreichen.

Im Zeitraum von 1999 bis 2008 hat sich die Transportintensität im Güterverkehr um rund 15 % erhöht und zeigt damit im Hinblick auf das Ziel der Entkopplung eine gegenläufige Entwicklung (siehe Abb. „Gütertransportintensität“). In 2009 lag die Gütertransportintensität infolge der Wirtschaftskrise (in der die Güterverkehrsleistung stärker sank als das BIP) noch 8 % über dem Wert von 1999. Im Jahr 2010 stieg der Wert wieder auf 11 %.

Die Personentransportintensität verringerte sich im Zeitraum von 1999 bis 2008 um rund 9 % (siehe Abb. „Personentransportintensität“). Das Tempo der Entkopplung von Personentransportintensität und Bruttoinlandsprodukt ist jedoch noch zu gering. Im Jahr 2009 stieg die Transportintensität im Personenverkehr infolge der Wirtschaftskrise (und damit sinkendem BIP, aber gleichbleibender Personenverkehrsleistung) auf nur noch 3 % unterhalb des Wertes von 1999. In 2010 sank der Wert wieder auf 6 % unterhalb des Niveaus von 1999.

Energieverbrauch

Verkehr verbraucht Energie (zum Beispiel Benzin, Diesel, Strom). Der Energieverbrauch ist über die letzten Jahre etwas gesunken, liegt jedoch nach wie vor auf hohem Niveau. Entsprechend wurde der Anstieg des gesamten Güter- und Personenverkehrsaufwandes im betrachteten Zeitraum mit einem abnehmenden Energieverbrauch pro Verkehrsaufwand erreicht. Dieser Rückgang kann vor allem auf technische Verbesserungen an den Fahrzeugen zurückgeführt werden. Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Verkehrsaufwand (in Megajoule pro Tonnenkilometer MJ/tkm oder Personenkilometer MJ/Pkm) verminderte sich 2010 gegenüber 1999 im Güterverkehr um 18 % und im Personenverkehr um 11 %. Das Verkehrswachstum im Güterverkehr kompensierte teilweise diesen Rückgang und führte somit nur zu einer leichten Verringerung des absoluten Energieverbrauchs–  in einigen Jahren wurden die technischen Verbesserungen sogar überkompensiert und führten zum Anstieg des Gesamtenergieverbrauchs. Im Personenverkehr sank der absolute Energieverbrauch über den Betrachtungszeitraum um 5 % (siehe Abb. „Energieverbrauch pro Verkehrsaufwand im Güterverkehr“ und Abb. „Energieverbrauch pro Verkehrsaufwand im Personenverkehr“).

Um das Ziel der  Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Verkehrsaufwand und damit auch eine Senkung der Umweltbelastungen durch den Verkehr zu erreichen, bedarf es der Reduzierung der Verkehrsnachfrage. Die wesentlichen Determinanten des Verkehrswachstums sind die Siedlungsstruktur, die Handelsverflechtungen, die veränderten Lebensstile sowie das Angebot an Verkehrsinfrastruktur.  Einige Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsnachfrage sind in einer Studie des Umweltbundesamtes zur Minderung der CO2-Emissionen dargestellt [1].

Zur Sicherung der Mobilität und einer optimalen Güterversorgung mit möglichst wenigen Umweltbelastungen für alle Bevölkerungsgruppen müssen außerdem Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs auf weniger belastende Transportmittel (Bahn, Bus, Fahrrad, zu Fuß gehen) und die Verbesserung der technischen Effizienz und der Umwelteigenschaften der Verkehrsmittel umgesetzt werden.

[1] Umweltbundesamt, Texte 05/2010: CO2-Emissionsminderung im Verkehr in Deutschland. Mögliche Maßnahmen und ihre Minderungspotenziale. Dessau-Roßlau, 2010.

 

Letzte Aktualisierung

November 2012