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Privathaushalte: Zahl, Größe und Struktur, Konsumausgaben

Die Entwicklung der Einwohnerzahl [1] und die Entwicklung der Konsumausgaben stellen wesentliche Triebkräfte für den Verbrauch von Umweltressourcen dar. Diese Größen sind seit 1995 relativ moderat gestiegen. Allerdings ist nicht nur die Entwicklung des Gesamtniveaus dieser Größen, sondern auch ihre Struktur von Bedeutung. Zum Beispiel unterscheidet sich die Pro-Kopf Nutzung von Umweltressourcen nach Haushaltstypen und die Umweltrelevanz kann bei den einzelnen Konsumgüterarten sehr unterschiedlich sein. Beim Faktor Bevölkerung fällt deshalb insbesondere die Entwicklung der Altersstruktur und der Haushaltszusammensetzung ins Gewicht. Bei den Konsumausgaben wirkt sich die Struktur nach Gütergruppen oder Verwendungszwecken aus. Im Folgenden wird die Entwicklung von sozialstrukturellen und soziökonomischen Einflussfaktoren, die unter dem Blickwinkel der Umweltbeanspruchung von Bedeutung sind, dargestellt.

Zahl, Größe und Struktur der privaten Haushalte

Unter anderem als eine Folge der veränderten Altersstruktur haben sich Zahl und Zusammensetzung der Privathaushalte seit 1991 deutlich geändert. Lebte die Bevölkerung Deutschlands 1991 in 35 256 Haushalten, stieg deren Zahl bis 2007 auf 39 722 (+12,6 %). Einpersonenhaushalte waren 2007 mit einem Anteil von rund 39 % der häufigste Haushaltstyp. Zweipersonenhaushalte hatten einen Anteil von 34 %, Haushalte mit drei und mehr Personen machten nur etwa 27 % aus (siehe Abb. „Private Haushalte nach Haushaltsgrößen“).

Dadurch hat sich die durchschnittliche Größe der Haushalte von 2,27 auf 2,07 Haushaltsmitglieder verringert.

Die Erhöhung der Zahl der Zweipersonenhaushalte ist in erster Linie auf den starken Anstieg der Zahl der Rentnerhaushalte zurückzuführen. Die deutliche Zunahme der Haushalte in dieser Größenklasse dürfte also wesentlich durch die Tendenz der „alternden Gesellschaft“ geprägt sein.

Die Zunahme der Einpersonenhaushalte ist zwar auch durch einen Anstieg der Zahl der Rentnerhaushalte mit beeinflusst, deutlich stärker wirkte sich hier aber der Anstieg der Zahl der sonstigen Haushalte aus. Die Zunahme der Zahl der sonstigen Einpersonenhaushalte geht auf Verhaltensänderungen, wie zum Beispiel der früheren Gründung von eigenen Haushalten durch junge Erwachsene zurück. Aufgrund der erwarteten Altersstrukturentwicklung der Bevölkerung dürfte sich die für die letzten Jahre beobachtete Tendenz hin zu kleineren Haushalten auch in Zukunft fortsetzen.

Die Entwicklung der Haushaltsgrößenstruktur ist im Bezug auf die Umweltbelastungen durch die Aktivitäten der privaten Haushalte von besonderem Interesse, weil die Inanspruchnahme von Umweltressourcen je Haushaltsmitglied in kleineren Haushalten in der Regel deutlich höher ist als in größeren Haushalten. So weisen die kleineren Haushalte je Haushaltsmitglied insbesondere höhere Konsumausgaben, größere Wohnflächen, einen höheren Energieverbrauch und höhere Kohlendioxidemissionen auf. Von dem Rückgang der durchschnittlichen Haushaltsgröße dürfte daher tendenziell ein Umwelt belastender Einfluss ausgegangen sein.

Siehe „Endenergieverbrauch der privaten Haushalte nach Anwendungsbereichen“

Siehe „Flächenbeanspruchung durch die privaten Haushalte“

Konsumausgaben

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen zwischen 1991 und 2001 preisbereinigt um rund 17 % und gingen danach leicht zurück. 2007 lagen sie wieder knapp über dem Niveau des Jahres 2001 (siehe Abb. „Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland“).

Verwendungszwecke, die in engem Zusammenhang mit der direkten Inanspruchnahme von Umweltressourcen stehen, wie die „Kraftstoffe“, „Energie im Haushalt“ (Ressource: Energie, Absorption von Treibhausgasen), „Mietzahlungen“ (Ressource: Siedlungsfläche) sowie „Wasserversorgung und andere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wohnung“ (Ressourcen: Wasser, Absorption von Abwasser, Abfall) hatten 2007 einen Anteil an den gesamten Konsumausgaben von rund 25 % (siehe Abb. „Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Verwendungszwecken 2007“). Bei den weiteren Verwendungszwecken sind insbesondere die Ausgabepositionen „Kauf von Fahrzeugen“, „Nahrungsmittel“ und „Verkehrsdienstleistungen“ im Hinblick auf den bei der Herstellung anfallenden indirekten Energieverbrauch und die entsprechenden Treibhausgasemissionen von Bedeutung. Die letztgenannten Verwendungszwecke haben einen Anteil von zusammen knapp 17 % an den gesamten Konsumausgaben.

Weitere Informationen sind beim Statistischen Bundesamt verfügbar: www.destatis.de.

[1] Siehe „Demographischer Wandel und Siedlungsstruktur“

 

Letzte Aktualisierung

Juli 2009

Quelle

Statistisches Bundesamt