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Struktur der Flächennutzung

Nachhaltige Energienutzung im Gebäudebestand der öffentlichen Verwaltung am Beispiel des Umweltressorts

Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle Ziele zur Optimierung der Energieversorgung gesetzt, um ihren klimaschutzpolitischen Anspruch und Vorbildcharakter zu unterstreichen. Als noch weitergehendes Ziel will das Umweltressort den Ausstoß an Kohlendioxid in der Periode 2008 bis 2012 um 30 % gegenüber 1990 senken. Um dieses zu erreichen, hat es zahlreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung ergriffen. Im Rahmen von Forschungsvorhaben ließ das BMU die energetische Qualität aller Liegenschaften seines Geschäftsbereichs analysieren und Handlungsmöglichkeiten der Energieeinsparung ermitteln. Die verschiedenen Maßnahmen wurden auf ihre Wirtschaftlichkeit und ökologische Relevanz bewertet und in einem Aktionsplan mit Prioritäten versehen. Zu ihnen gehören die energetisch-ökologische Ausrichtung der geplanten Neu-, Umbau- und Sanierungsvorhaben durch Maßnahmen des baulichen Wärmeschutzes (Wärmedämmung, Vermeiden von Kältebrücken …), das Vorsehen technischer Maßnahmen wie die Wärmerückgewinnung und das Reduzieren der Laufzeiten von Anlagen, aber auch die Beschaffung umweltverträglicher Energie (u.a. Bezug von Ökostrom) und energiesparender Elektrogeräte, das Vermeiden von Leerlaufverlusten im Bereitschaftsmodus der Informations- und Kommunikationstechnik-Geräte sowie nicht zuletzt die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu energiesparendem Verhalten.

Viele Maßnahmen sind verallgemeinerungsfähig und sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich anwendbar. Es zeigte sich, dass allein durch einfaches Kontrollieren und Analysieren von Leistungsabnahmen und Verbräuchen der Energieverbrauch um bis zu 10 % verringert werden konnte.

Der Wärmeverbrauch konnte nach zwischenzeitlicher Zunahme durch die eingeleiteten Maßnahmen 2005 um 10% gegenüber 1997 verringert werden. Der Stromverbrauch ist in gleichem Zeitraum um 20 % gestiegen (siehe Abb. „Energieverbrauch im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“). Diese Entwicklung geht unter anderem auf Stilllegungen und Wechsel der Liegenschaften, auf eine Zunahme der Nutzungsintensität der Liegenschaften und auf den gewachsenen Einsatz an DV-Technik zurück. Ohne die verschiedenen Maßnahmen zur Minderung des Stromverbrauchs wäre der Zuwachs noch deutlicher ausgefallen.

Aus dem jährlich erhobenen Verbrauch an Heiz- und Elektroenergie werden die Treibhausgasemissionen bilanziert und als Klimabarometer des BMU-Geschäftsbereiches veröffentlicht. Im Vergleich zu 1997 konnten die Emissionen aus dem Betreiben der Liegenschaften reduziert werden (siehe Abb. „CO2-Emissionen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“). Einen wesentlichen Beitrag hat seit 2004 der Bezug von Ökostrom geleistet. Dabei musste der Nachweis erbracht werden, dass es sich bei den Erzeugungsanlagen um neue Anlagen handelte, um auszuschließen, dass bereits regenerativ erzeugte Strommengen lediglich verlagert, die CO2-Emissionen damit also nicht verringert würden.

Verringerung der CO2 - Emissionen des Umweltbundesamtes

Die Emissionen aus dem Betrieb der Liegenschaften des Umweltbundesamtes lagen trotz deutlich gestiegener Beschäftigtenzahl im Jahr 2003 mit 1 % geringfügig über denen des Jahres 1997. Seither haben sich die Emissionen sowohl durch Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes als auch durch Umstellung von Öl auf Gas sowie durch den Bezug von Ökostrom auf insgesamt ca. 60 % verringert (siehe Abb. „CO2-Emissionen des Umweltbundesamtes“).

Neben der Einführung des Umwelt- und Energiemanagements und den oben genannten Maßnahmen in den Liegenschaften hat einen weiteren Beitrag dazu der energetisch optimierte Neubau des Umweltbundesamtes in Dessau geleistet, der als Modellvorhaben für zukünftige Baumaßnahmen der öffentlichen Hand angeführt werden kann.

Der spezifische Strom- und Wärmebedarf des ökologischen Neubaus unterbietet die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 40 % und liegt damit deutlich unter dem Bedarf konventioneller Bauten. Wichtige Voraussetzungen sind ein sehr geringes Oberflächen-Volumen-Verhältnis (0,33), eine sehr gute Dämmung der Gebäudehülle (Dach, Fassaden, Boden) und die Dichtheit des Gebäudes.

Die technische Gebäudeausrüstung wurde darauf ausgerichtet, dass diese unter Ausnutzung natürlicher Prozesse möglichst wenig Energie verbraucht und die eingesetzte Energie möglichst effizient genutzt wird. So wird der Kältebedarf des Gebäudes neben der freien Kühlung über Solarkollektoren und eine Adsorptionskältemaschine gedeckt. Gleichzeitig leistet ein 5 km langes Erdwärmeregister einen weiteren Beitrag zur Kälte- und Wärmeversorgung des Hauses. Eine Photovoltaikanlage liefert darüber hinaus Strom. Mit diesen Maßnahmen können 15 % des Energiebedarfs regenerativ erzeugt werden.

Zur Reduzierung des Strombedarfs wurde eine präsenz- und tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung eingebaut.

Letzte Aktualisierung

April 2007