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Wassernutzung in der Landwirtschaft

Wassernutzung in der Landwirtschaft

Für die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungs- und Futterpflanzen und den Anbau von Rohstoffpflanzen spielt die Wasserverfügbarkeit eine große Rolle. Sie ist abhängig von den klimatischen Verhältnissen, insbesondere der Höhe und zeitlichen und räumlichen Verteilung der Niederschläge und vom Vermögen des Bodens Wasser zu speichern. Der Wasserbedarf wird aber auch von den angebauten Kulturen und der Effizienz der Bewässerungstechnik bestimmt.

Weltweit gehen ca. 70 % des Wasserverbrauchs auf die Ansprüche der Landwirtschaft zurück. Damit werden nahezu 40 % der Nahrungsmittel durch Bewässerungslandwirtschaft hergestellt. Fast 20 % der gesamten Anbaufläche werden dazu bewässert. Regional bestehen hier jedoch große Unterschiede und Länder, die wie Deutschland in der gemäßigten Klimazone liegen, sind durch die natürlichen Standortfaktoren vergleichsweise begünstigt. Charakteristisch sind Niederschläge, die über das gesamte Jahr verteilt sind. Eine Zusatzbewässerung dient vor allem der Ertragssicherheit beregungswürdiger Kulturen und der Deckung von Wasserdefiziten während der Wachstumsperiode.

Während in Europa die Wasserentnahmen des landwirtschaftlichen Sektors mit 35 % an zweiter Stelle hinter den Entnahmen der Kraftwerke für Kühlzwecke liegen, ist der Anteil der landwirtschaftlichen Wasserentnahmen in Deutschland mit 0,45 % sehr gering.

Laut Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2002 durch die Landwirtschaft 142 Mill. m³ Wasser durch Eigengewinnung entnommen. Durch Fremdbezug aus anderen Betrieben betrug das gesamte Wasseraufkommen ca. 163 Mio. m³, von denen 148 Mio.m³ direkt für die Bewässerung ausgebracht wurden (siehe Tab. „Wasserversorgung in der Landwirtschaft“).

Im deutschlandweiten Durchschnitt wurde der Bedarf zu über 75 % (109 Mio. m3) aus Grund- und Quellwasser gedeckt, die restlichen 33 Mio. m3 stammen aus Oberflächengewässern. Ein Blick auf die Bundesländer zeigt regionale Differenzen. So beziehen beispielsweise die Landwirte in Thüringen überwiegend Oberflächenwasser (siehe Abb. „Wasserentnahme für die Bewässerung - Anteile Grund- und Oberflächenwasser“).

Bewässert werden landwirtschaftliche Kulturen wie Getreide, Hackfrüchte, Hülsen- und Ölfrüchte und Futterpflanzen sowie gärtnerische Kulturen, unter anderem Gemüse, Zierpflanzen, Sämereien und Pflanzungen in Baumschulen und Dauerkulturen. Hierzu zählen Obstgehölze und Weinbau.

Die gesamte Bewässerungsfläche wurde für das Jahr 2002 auf 234 584 ha geschätzt, das sind etwa 1,4 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Die Bewässerungsflächen und die eingesetzten Wassermengen sind über die Bundesländer unterschiedlich verteilt. So nutzten Länder mit vergleichsweise großen Bewässerungsflächen, wie z.B. Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz in der Regel auch größere Wassermengen (siehe Tab. „Wassereinsatz für die Bewässerung und bewässerte Flächen 2002“).

Aus dem Verhältnis von bewässerter Fläche und eingesetzter Wassermenge kann eine durchschnittliche Bewässerungsgabe pro Hektar ermittelt werden. Vom bundesweiten Durchschnitt mit 633 m3 pro Hektar weichen die Gaben besonders in Bundesländern wie z.B. Bremen, Berlin, Saarland mit eher kleinen Bewässerungsflächen stark nach oben ab (siehe Abb. „Durchschnittliche Bewässerungsgabe“). Ein Blick auf die angebauten Kulturen zeigt, dass hier im Wesentlichen gärtnerische Kulturen bewässert werden.

Letzte Aktualisierung

Januar 2007