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Thema:

 

 

Letzte Aktualisierung: März 2009

Thema:

Biologische Vielfalt, Naturhaushalt und Landschaft

Unterthema:

Belastung der Umweltmedien und Lebensräume durch Stoffe

Gewässer

Indikator:

Grundwasserqualität: Nitratbelastung

 

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Fachliche Bewertung

Zur Überwachung des Grundwasserzustandes haben die Bundesländer landeseigene Messnetze eingerichtet. Der Parameter „Nitrat“ wird an fast allen Messstellen dieser Netze regelmäßig untersucht.

Für eine regelmäßige Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur (EUA) über den Zustand des Grundwassers in Deutschland wurden von den Ländern repräsentative Messstellen ausgewählt und zum so genannten EUA-Grundwassermessnetz zusammengefasst. Für einen bundesweiten Überblick im Jahr 2007 wurden die an 683 Messstellen des EUA-Messnetzes nachgewiesenen Nitratgehalte ausgewertet (siehe obere Abb.).

Die Höhe der Nitratkonzentration hängt von einer ganzen Reihe verschiedener Einflussfaktoren ab. In besonderem Maße ist die Nitratbelastung jedoch von der Landnutzung im Einzugsgebiet einer Messstelle abhängig. Daneben spielen die regionalen hydrogeologischen Bedingungen, wie Grundwasserflurabstand und Fließgeschwindigkeit, sowie die hydrochemischen Bedingungen im Untergrund eine wichtige Rolle.

Die Abbildung zeigt auch, dass 67,3 % der Messstellen im Konzentrationsbereich < 25 mg/l liegen. An 14,1 % aller Messstellen wird allerdings der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Nitrat von 50 mg/l zum Teil deutlich überschritten. Nach der Wasserrahmenrichtlinie wäre das Grundwasser hier in einem schlechten Zustand und Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserbeschaffenheit wären erforderlich.

Sucht man nach den wesentlichen Ursachen für die Belastung des Grundwassers durch Nitrat, so bestätigt die Abbildung „Verteilung der Nitratgehalte nach der Landnutzung“ die Vermutung, dass die Nutzung eine wesentliche Rolle spielt. Gliedert man die Messstellen nach der Nutzung in ihrem unmittelbaren Umfeld (nicht für alle Messstellen ausgewiesen), so zeigt sich, dass die höchsten Nitratbelastungen unter Ackerflächen festzustellen sind. 2002 wiesen in dieser Gruppe 44,1 % der Messstellen Nitratbelastungen von mehr als 25 mg/l auf. Unter Wald bzw. Grünlandnutzung waren es hingegen nur 12,9 % bzw. 21,7 % der Messstellen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen werden noch deutlicher, wenn man auch die Landnutzung im weiteren Umfeld der Messstellen (Einzugsgebiet) berücksichtigen würde.

Bedeutung

Belastungen des Grundwassers durch Nitrat sind eine ernstzunehmende Beeinträchtigung der Umweltqualität. Erhöhte Nitratgehalte haben negative Auswirkungen auf die Ökologie der Gewässer, können aber auch zu einer Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität und damit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Grundwasser ist ein Teil des Wasserkreislaufs und speist Bäche und Flüsse. Seine Beschaffenheit hat einen erheblichen Einfluss auf Oberflächengewässer. Eine enge Beziehung besteht ebenfalls zwischen dem oberflächennahen Grundwasser und bestimmten Feuchtbiotopen, den so genannten terrestrischen Ökosystemen.

Grundwasser ist in Deutschland die wichtigste Quelle für die Trinkwasserversorgung. Eine gute Qualität des Grundwassers ist damit von elementarer Bedeutung für eine sichere Wasserversorgung.

Ziel des Grundwasserschutzes ist es, diese Ressource weitestgehend vor Verunreinigungen zu schützen und verunreinigte Grundwasservorkommen so weit wie möglich zu sanieren.

Der Parameter Nitrat zeigt für viele Regionen Deutschlands sehr gut, in welchem Umfang diffuse Stickstoffeinträge zur Belastung des Grundwassers beitragen. Die weitere Entwicklung der Nitratbelastung wird Hinweise geben, ob die seit Jahren laufenden Programme zur Minderung der Nitratbelastung ausreichen, um einen guten Zustand des Grundwassers zu erreichen.

Methodik der Indikatorenbildung

Klassierung der Häufigkeitsverteilung über die Jahresmittelwerte der einzelnen Messstellen.

Bewertungsgrundlagen

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit legt die EG -Trinkwasserrichtlinie für Nitrat einen Grenzwert von 50 mg/l fest. Nach der EG-Nitratrichtlinie wird bei einer Konzentration von über 50 mg/l Nitrat im Grundwasser von einem Belastungsgebiet gesprochen. Erst bei Werten unterhalb von 25 mg/l kann die Häufigkeit der Nitratüberwachung reduziert werden.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und die EG-Grundwassertochterrichtlinie (GWRL) orientieren sich an den Vorgaben der EG - Trinkwasserrichtlinie bzw. der Nitratrichtlinie. Grundwasser ist nach der WRRL/GWRL in einem „schlechten Zustand“, wenn es mehr als 50 mg/l Nitrat enthält. In diesem Fall sind Maßnahmen zur Verminderung der Nitratbelastung zu ergreifen.

Maßnahmen zur Zielerreichung

Eine Reduzierung erhöhter Nitratkonzentrationen im Grund- und Oberflächenwasser kann am effektivsten durch Verminderung der Einträge erreicht werden. Da die landwirtschaftliche Nutzung gegenwärtig der größte Verursacher nachgewiesener Belastungen ist, können Minderungsmaßnahmen zum Abbau von Nitratüberschüssen entsprechend den Vorgaben der EG - Nitratrichtlinie und deren konsequente Umsetzung hier einen wesentlichen Beitrag leisten.

Rechtsgrundlagen

·         EG-Wasserrahmenrichtlinie

·         EG-Grundwassertochterrichtlinie

·         EG – Nitratrichtlinie

·         EUA – VO