Suche

-
Umwelt - Kernindikatorensystem -
Klimaänderungen -
Klimaschutz im Energiesektor -
Primärenergieverbrauch nach Energieträgern und Anteil erneuerbarer Energien
|
|
Letzte Aktualisierung: |
Thema: |
Klimaänderungen |
Unterthema: |
Klimaschutz im Energiesektor |
Indikator:
|
|
Fachliche Bewertung
Der Primärenergieverbrauch ist in Deutschland seit Beginn der 90er Jahre leicht rückläufig. Ein Teil dieses Effekts ist darauf zurück zu führen, dass die Erneuerbaren Energien definitorisch mit einem Umwandlungswirkungsgrad von 100 % bewertet werden, und ihr Ausbau durch Verdrängung anderer Energieträger mit niedrigerem Umwandlungswirkungsgrad methodenbedingt zu einem geringeren Primärenergieverbrauch führt. Darüber hinaus sind aber auch Effizienzsteigerungen für diese Entwicklung verantwortlich. Im Jahr 2011 erreichte der Primärenergieverbrauch nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen mit 13 521 Petajoule (PJ) den niedrigsten Stand seit Anfang der siebziger Jahre und lag um 5 % niedriger als im Vorjahr.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch steigt stetig.
Bedeutung
Die vielfältigen Umwelteinflüsse, die mit der Energieerzeugung und -nutzung verbunden sind, haben mit steigendem Energieverbrauch im letzten Jahrhundert erhebliche Umweltbelastungen, wie Luftverschmutzung, sauren Regen und Treibhauseffekt, verursacht.
Methodik der Indikatorenbildung
Er bezeichnet den Energiegehalt aller eingesetzten Primärenergieträger, vom Energieaufkommen werden also die Bestandsänderungen, Exporte und Bunkerungen abgezogen. Der Primärenergieverbrauch umfasst neben dem Endenergieverbrauch auch den Eigenverbrauch und die Verluste im Energieumwandlungssektor. Darüber hinaus ist im Primärenergieverbrauch auch der nichtenergetische Verbrauch, wie zum Beispiel der Mineralölverbrauch zur Kunststoffherstellung, enthalten. Die Ermittlung des Primärenergieverbrauchs erfolgt über das Wirkungsgradprinzip. Zu verbrennende Energieträger (auch biogene) werden über die Einsatzmenge und den Heizwert berücksichtigt. Bei der Stromerzeugung aus Wind, Wasserkraft, Photovoltaik ist der Wirkungsgrad vereinbarungsgemäß 100 %, bei der Geothermie 10 % und bei der Kernenergie beträgt er 33 %.
Bewertungsgrundlagen
Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung:
- Bis 2020 soll der Primärenergieverbrauch gegenüber 2008 um 20 % und bis 2050 um 50 % sinken. Das erfordert pro Jahr eine Steigerung der Energieproduktivität um durchschnittlich 2,1 % bezogen auf den Endenergieverbrauch.
- Bis 2020 soll der Anteil der erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 18 % betragen. Danach strebt die Bundesregierung folgende Entwicklung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch an: 30 % bis 2030, 45 % bis 2040, 60 % bis 2050.
Maßnahmen zur Zielerreichung
Beispiele:
- Ökologische Steuerreform, durch einen stufenweisen Anstieg der Energiepreise in allen Bereichen sollen Anreize zur Entwicklung und Markteinführung neuer Technologien sowie zum rationellen und sparsamen Umgang mit Energie ermöglicht werden.
- Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit dem die Verstromung erneuerbarer Energien unterstützt wird.
- KWK-Gesetz zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung.
- Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung zur Reduzierung des Energiebedarfs von Neubauten gegenüber dem bisherigen Stand um ca. 30 % sowie Nachrüstverpflichtungen im Gebäudebestand und die Ausweitung der Anforderungen bei baulichen Veränderungen.
Rechtsgrundlagen
- Energiestatistikgesetz
- Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 25. Oktober 2008 (BGBl. I S. 2074), das durch Artikel 2 Absatz 69 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3044) geändert worden ist.
- Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz vom 7. August 2008 (BGBl. I S. 1658), das durch Artikel 2 Absatz 68 des Gesetzes vom 22. Dezember 2011 (BGBl. I S. 3044) geändert worden ist.
- Biomasseverordnung

