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Letzte Aktualisierung: Juli 2009

Thema:

Klimaänderungen                                                                                       

Unterthema:

Klimaschutz im Energiesektor

Indikator:

Energieproduktivität

 

 

Fachliche Bewertung

Die Bundesregierung hat das Ziel, die Energieproduktivität bis 2020 gegenüber 1990 zu verdoppeln. Die Energieproduktivität ist ein Maß dafür, wie viel Euro wirtschaftlicher Leistung pro eingesetzte Einheit Primärenergie (also Kohle, Öl oder Gas) erzeugt wird. Mehr Energieproduktivität durch effizientere und damit intelligentere Nutzung von Energie heißt weniger Energieverbrauch, weniger CO2-Ausstoß und weniger Kosten. Die Energieproduktivität hat sich zwischen 1990 und 2008 um 40,7 % erhöht.

Dieser Anstieg signalisiert zwar einen effizienten Energieeinsatz, geht aber auf einen schwachen absoluten Rückgang des Primärenergieverbrauchs (PEV) von nur 6,1 % seit 1990 zurück. Wie das Statistische Bundesamt berechnet hat, ist im gleichen Zeitraum das BIP um 32,1 % gestiegen. Im Zeitraum 2000 bis 2008 ist die Energieproduktivität im Jahresdurchschnitt um 1,6 % gestiegen. Um das Ziel der Bundesregierung zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen wäre im verbleibenden Zeitraum bis 2020 eine Steigerung der Energieproduktivität von durchschnittlich 3 % erforderlich.

Der Primärenergieverbrauch (PEV gibt den Verbrauch direkt in der Natur vorkommender Primärenergieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Uran sowie erneuerbarer Energien (z. B. Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) an. Primärenergieträger werden in Kraftwerken, Raffinerien etc. in Endenergie umgewandelt, die vom Endverbraucher als Strom, Heizöl, Fernwärme, Benzin usw. nutzbar ist (Energieflussbild für Deutschland 2007 in Mio. t Steinkohleeinheiten).

Der milde Winter 2006/2007 sowie steigende Energiepreise haben für hohe Einsparquoten von Erdgas und Erdöl gesorgt. Im Jahr 2007 ging der PEV um 4,8 % zurück, davon waren 1,1 % witterungsbedingt. Wird zudem berücksichtigt, dass viele Ölverbraucher angesichts hoher Heizölpreise auf Lagerbestände zurückgriffen, kann der um Temperatur- und Lagerbestandseffekte bereinigte Rückgang des PEV auf nur etwa 2,5 % beziffert werden. 2008 stagnierte der PEV (Anstieg um 10 PJ). Das Wirtschaftswachstum von rund 32 % seit 1990 kompensiert die bisher erreichte Effizienzsteigerung weitgehend.

Der Energieeinsatz zur Produktion von Wärme ist stark abhängig von den Außentemperaturen. Dieser Temperatureffekt wirkt sich besonders bei den zur Wärmeproduktion eingesetzten Energieträgern aus, also Erdgas und Mineralöl - der Verbrauch sinkt in milden Wintern entsprechend stark. Rechnet man diese Effekte heraus, kommt man auf die „temperaturbereinigten“ Veränderungen des Energieverbrauchs. Der Erdgasverbrauch ging im Jahre 2007 temperaturbereinigt um gut 2 % zurück, die Reduktion des Ursprungswertes betrug nur 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Bei der Gesamtbilanz für Erdgas ist zu beachten, dass der Erdgaseinsatz zur Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist. Beim Mineralölverbrauch schlug sich der Temperatureinfluss in einem Prozentpunkt nieder. Der temperaturbereinigte Rückgang beträgt hier 8,1 % (statt 9,2 % ohne Bereinigung). Zusätzlich kann man davon ausgehen, dass in Zeiten hoher Preise auch die Lagerbestände für Mineralöl geleert werden. Bezieht man diesen Effekt auch ein, ergibt sich ein temperatur- und lagerbestandsbereinigter Rückgang des Verbrauchs von 5 %.

Der Benzinabsatz ging um 4,5 % zurück. Dies ist vor allem auf strukturelle Faktoren, wie z.B. ein verringerter Otto-Pkw-Bestand zurückzuführen. Die statistisch erfasste Zunahme von Dieselkraftstoff betrug zwar nur gut 1 %, allerdings ist in Anbetracht der Verkehrsleistungszahlen anzunehmen, dass vermehrte Betankung im Ausland den heimischen Dieselkraftstoff-Verbrauchsanstieg gering hält. Der ständig steigende Flugverkehr ist für einen Verbrauchsanstieg der Flugkraftstoffe um 4 % gegenüber dem Vorjahresniveau verantwortlich. [1]

Das wirtschaftliche Wachstum im Jahr 2008 führte wieder zu einem Energieverbrauchsanstieg, da offensichtlich der milde Winter 2006/2007 einen stark senkenden Effekt auf den PEV hatte.

Im Jahr 2006 entfielen 15 % des inländischen Endenergieverbrauchs auf den Sektor Gewerbe/ Handel/ Dienstleistungen, auf die Haushalte entfielen rund 28 %. [2] Bei den privaten Haushalten ist der Energieverbrauch (ohne Kraftstoffverbrauch) zwischen 1990 und 2006 um 12,5 % gestiegen. Der erhöhte Verbrauch der Haushalte verteilt sich folgendermaßen auf die Anwendungsgebiete (bereinigt): Wärme (Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme) 90 %, Beleuchtung 1,4 % und mechanische Energie knapp 8 %. Davon entfallen auf Information und Kommunikation allein 25 %. Die Gründe für den gestiegenen Verbrauch ergeben sich aus der gestiegenen Nachfrage nach Energiedienstleistungen aufgrund der Zunahme von Elektrogeräten im Privathaushalt. Bei der Raumwärme ist die Ausweitung der Wohnfläche pro Kopf der entscheidende Faktor für den Anstieg, denn durch Effizienzverbesserungen im Bereich der Raumwärme ist der Energiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche in derselben Zeit gesunken. Im Sektor Verkehr ist der Energieverbrauch bis 2006 gegenüber 1990 um etwa 11 % gestiegen, zwischen 2000 und 2006 ist er allerdings um 4 % gesunken. Die leichte Abnahme des Kraftstoffverbrauchs wurde durch zwei gegenläufige Tendenzen geprägt. Einerseits erhöhten sich die Fahrleistungen, andererseits hat sich aber der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch je gefahrenen Kilometer vermindert. [3]

Die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs der letzten Jahre unter Einbezug der temperaturbedingten Einflüsse im letzten Jahr zeigt jedoch, dass der Verbrauchsrückgang relativ gering ist. In Anbetracht einer stetig wachsenden Wirtschaft ist es deshalb wünschenswert, dass Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum in Zukunft noch stärker als bisher entkoppelt werden.

Zur Steigerung der Energieproduktivität haben vor allem Verbesserungen bei Kraftwerken (Neu- und Umbau, Steigerung der Wirkungsgrade) und die Erschließung von Energieeinsparpotenzialen in allen Wirtschaftsbereichen und in privaten Haushalten beigetragen. Beispielsweise führen erhöhte Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden (Gesamtenergiebedarf für Gebäudehülle und Anlagentechnik) zu Energieeinsparungen und verringerten CO2-Emissionen im Gebäudebereich.

Von der eingesetzten Primärenergie gelangten 2006 etwa zwei Drittel (64 %) in die Endenergiesektoren Industrie, Haushalte, Verkehr und Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, knapp 7 % dienen nichtenergetischen Zwecken (z.B. stoffliche Verwertung von Erdöl). Fast 29 % des Primärenergieverbrauchs entfallen auf Verluste und Eigenverbrauch bei der Erzeugung und Bereitstellung von Strom und anderen Sekundärenergieträgern im Energieumwandlungssektor (Kraftwerke, Raffinerien, Kokereien und Berg- bzw. Tagebau) selbst.

Bedeutung

Mit dem gestiegenen Energiebedarf seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist auch der Bedarf an fossilen Energieträgern stark angewachsen. Neben heimischer Stein- und Braunkohle wurden in Deutschland zunehmend mehr Importsteinkohle, Erdöl und Erdgas als Primärenergieträger eingesetzt. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wird zur Stromerzeugung auch Kernkraft genutzt.

Durch den steigenden Energieverbrauch der letzten Jahrzehnte wurden erhebliche Umweltbelastungen verursacht. Die Liste der Umweltprobleme, die mit der heutigen Energieversorgung einhergehen, reicht von Boden- und Gewässerbelastung über Luftverschmutzung, bodennahes Ozon und Treibhauseffekt bis hin zu den Risiken der Kernkraftnutzung.

Doch auch weitere Umweltauswirkungen der Primärenergiegewinnung spielen eine Rolle. Hierzu zählen z.B.:

·         Großflächige Landschaftszerstörung bei der Förderung von Stein- und Braunkohle, Erdöl und anderen Energieträgern;

·         Meeres- und Küstenverschmutzung durch die Förderung von Öl und dessen Transport im Normalbetrieb und insbesondere bei Havarie;

·         Ökologische Auswirkungen bei Wasserkraftprojekten durch massive Eingriffe in den Naturhaushalt bei Staudämmen und Kanalisation.

Die Kernenergie ist wegen des Risikos einer Reaktorkatastrophe und der nach wie vor ungeklärten Entsorgungsfrage eine auf Dauer nicht akzeptable Technologie. Dem wurde in Deutschland durch die Verabschiedung des Atomausstiegsgesetzes im Jahr 2000 Rechnung getragen.

Ressourcenverknappung, Treibhauseffekt und die Risiken der Kernenergie erfordern von den Menschen insbesondere in den Industrienationen, ihren Energieverbrauch in allen Bereichen deutlich zu senken und innovative Möglichkeiten des effizienten Energieverbrauchs konsequent zu nutzen.

Methodik der Indikatorenbildung


Die Energieproduktivität gibt an, wie viel Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Einheit Primärenergie (gemessen in Petajoule - PJ) „produziert“ wird. Sie wird ausgedrückt als das Verhältnis vom BIP zum Primärenergieverbrauch (BIP/PEV). Je mehr volkswirtschaftliche Gesamtleistung (BIP) aus einer Einheit eingesetzter Primärenergie erwirtschaftet wird, umso effizienter geht diese Volkswirtschaft mit Energie um:

Bewertungsgrundlagen

Verdopplung der Energieproduktivität bis 2020 auf der Basis von 1990. Dieses Ziel ist in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und in den Meseberger Beschlüssen vom 23.08.07 des Bundeskabinetts festgelegt.

Maßnahmen zur Zielerreichung

Bisherige Maßnahmen:
Seit 1990 sind einige Fortschritte bei der Senkung des Primärenergieverbrauches erreicht worden. Diese wurden von folgenden Maßnahmen der Energie- und Klimapolitik gefördert:

·         Verbesserungen der Effizienz von Kraftwerken und vielen Energie verbrauchenden Geräten durch Forschung und Entwicklungsförderung, die sich im Zuge der jeweiligen Investitionszyklen niederschlagen,

·         Ordnungsrechtliche Vorschriften (Energieeinsparverordnung) und Förderprogramme von Bund (Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW) und Ländern,

·         Informationskampagnen (z.B. BMU, dena) zur rationellen Energienutzung bei Gebäuden, Anlagen und Geräten,

·         Finanzielle Anreize zum Energiesparen durch Einführung der Ökosteuer auf Mineralöl und Strom (ab 1998 im Rahmen der Ökologischen Steuerreform) sowie ab 2005 durch den Emissionshandel,

·         Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) zur Kennzeichnung effizienter Geräte,

·         Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)

·         Verabschiedung von Eckpunkten zu einem integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) in Meseberg 2007 (bestehend aus 29 Eckpunkten, deren Umsetzung in zwei Maßnahmenpaketen erfolgt bzw. teilweise bereits erfolgt ist) sowie Umsetzung durch Kabinettsbeschlüsse vom 05.12.2007 (IEKP I) und 18.06.2008 (IEKP II).

Vorschläge für künftige Maßnahmen
Um das Ziel der Verdoppelung der Energieproduktivität bis 2020 zu erreichen, sind noch weitere erhebliche Anstrengungen notwendig. Kern der Maßnahmen muss die weitere Reduktion des absoluten Primärenergieverbrauchs mittels Steigerung der Energieeffizienz und zunehmender Substitution fossiler durch erneuerbare Energien sein. Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:

·         Steigerung der Effizienz bei der Energieumwandlung
Bei Kohle- und Gaskraftwerken gibt es noch erhebliche Potenziale zur Effizienzsteigerung. Bei entsprechender Forschung und Entwicklung ist der derzeit technisch realisierbare Wirkungsgrad von 43- 44 % bei Braunkohlekraftwerken und 45- 46 % bei Steinkohlekraftwerken auf etwa 50 % zu erhöhen. Auch bei Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD-Anlagen) sind Wirkungsgrade von 60 % (gegenüber heute 58 %) erreichbar.

·         Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) fördern
Kraftwerke auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung reduzieren die Energieverluste auf 10 bis 20 % der eingesetzten Primärenergie. So können mit einer Erdgas-KWK-Anlage gegenüber Kohlekraftwerken 80 bis 90 % an Treibhausgasemissionen eingespart werden. Zur Erhöhung des Anteils der KWK an der Stromproduktion wurde im Juni 2008 das KWKG novelliert, dieses tritt am 01.01.2009 in Kraft. Zusätzlich wird im Rahmen des Klimaschutz-Impulsprogramms der Bau von kleinen BHKW-Anlagen (bis 50 kWel) durch einen Investitionszuschuß gefördert. Die Wirkung des KWKG (2009) wird 2011 überprüft, bei nicht ausreichender KWK-Entwicklung durch die aktuell beschlossenen gesetzlichen Maßnahmen erfolgt eine Nachjustierung

·         Energieeffizienz in Unternehmen ausbauen
Gerade bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) liegen derzeit erhebliche Energiesparpotentiale vor. Hier muss eine verstärkte Beratung vorgenommen werden, um diese Sparpotentiale zu erkennen und zu erschließen. Ein guter Ansatz sind Fördermittel (KfW und BMWi), mit welchen in KMU Informationsdefizite über betriebliche Energieeinsparpotenziale abgebaut und ihre Energieeffizienz gezielt gefördert werden kann.

·         Energiebedarf im Gebäudebestand verringern
Der Gebäudebereich weist ein erhebliches Energie- und CO2-Einsparpotential auf. Die Einführung des Energieausweises ist ein erster sinnvoller Schritt in die richtige Richtung. Das Gebäudesanierungsprogramm ebenso wie die Novellierung der Energieeinsparverordnung 2009 sind gute Ansatzpunkte. Damit der Passivhausstandard auch im Bestand langfristig erreicht wird, ist 2012 eine weitere Verschärfung der EnEV um durchschnittlich 30 % zentrale Voraussetzung.
Mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung 2009 ist vorgesehen, den Vollzug der EnEV erheblich zu verbessern. Hierzu sollen Fachunternehmererklärungen, Schornsteinfegerkontrollen und erweiterte Bußgeldvorschriften beitragen.
Die energetische Sanierungsrate liegt derzeit bei etwa 2,2 % im Jahr. Mit der erneuten Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms um weitere 3 Mio. EUR ab 2009 soll die Sanierungsrate noch weiter gesteigert werden. Dazu dürften auch die verbesserten Zuschüsse und gepassten Förderbedingungen ab dem 1. April 2009 beitragen. Steuerliche Anreize können Impulse für energetische Sanierungen geben. Private Gebäudeeigentümer sollten die Möglichkeit haben, Kosten für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen sofort oder über zwei bis fünf Jahre verteilt abzuschreiben.
Vielfach unterbleibt die energetische Sanierung eines Gebäudes wegen des Mieter-Vermieter-Dilemmas. Wir halten folgende Kombination aus unterschiedlichen Instrumenten für erfolgversprechend:

·         Bedarfsbezogene Energieausweise sollten generell verpflichtend und allen Mietern zugänglich sein.

·         Die Aufnahme der wärmetechnischen Beschaffenheit eines Gebäudes zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete ist prinzipiell geeignet Investitionshemmnisse abzubauen. Ökologische Mietspiegel erhöhen die Markttransparenz und steigern tendenziell die Rentabilität von Energieeinsparinvestitionen, da der Vermieter eine dauerhafte Mieterhöhung durchsetzen kann. Die Bundesregierung sollte die erstmalige Erstellung von ökologischen Mietspiegeln daher finanziell unterstützen.

·         Für den Fall eines gravierenden Verstoßes gegen die Einhaltung energetischer Standards sollte der Gesetzgeber für den Mieter ein gestaffeltes Mietminderungsrecht schaffen. Als Anknüpfungspunkt sollte hier der Energiebedarfsausweis fungieren.

·         Durch eine Auslagerung der Wärmeversorgung auf einen Dritten (Contracting) würden finanzielle Hindernisse einer energetischen Sanierung eines Gebäudes entfallen. Wir schlagen daher vor, das Mietrecht insoweit zu ändern, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Zustimmung des Mieters zur Umstellung auf eine energieeffiziente Wärmeversorgung durch einen Contractor nicht notwendig ist.

·         Stromsparende Elektrogeräte auf dem Markt stärken
Der hohe und derzeit im Trend steigende Stromverbrauch - gerade in den privaten Haushalten - bietet erhebliches Einsparpotential. Allein die Leerlaufverluste der elektrischen Geräte in Deutschland belaufen sich im Schnitt auf 14 % des Stromverbrauchs eines privaten Haushalts. Die Ökodesign-Richtlinie greift den Ansatz des Ökodesign für den Teilbereich Produkte auf. Konkrete Vorgaben und Anforderungen an bestimmte Produkte sowohl bezüglich ihrer Energieeffizienz als auch deren umweltgerechte Gestaltung sollen verbindlich festgelegt werden. Die Richtlinie wurde im Energiebetriebene-Produkte-Gesetz umgesetzt. EU-Verordnungen stellen Anforderungen an die einzelnen Produktgruppen. Diese Anforderungen werden derzeit entwickelt.

·         Energieeinsparung im Verkehrsbereich
Mobilität lässt sich häufig mit weniger Verkehr bewältigen, z.B. durch die Stadt der kurzen Wege oder kluge Logistikkonzepte. Darüber hinaus liegt ein bedeutendes Energieeinsparpotential in der Verlagerung von Verkehr auf umweltfreundliche Verkehrsträger, z.B. auf Fahrrad, Bus oder Bahn. Technische Potenziale liegen in der Senkung des spezifischen Kraftstoffverbrauchs bei Kraftfahrzeugen.

Rechtsgrundlagen

Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV), Energieeinsparverordnung (EnEV), Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G), u.a.

Zusatzinformationen

Energiefluss für Deutschland in 2007 in Mio t Steinkohleeinheiten (SKE)

Im Jahr 2007 wurde rund ein Viertel des inländischen Energieaufkommens in Deutschland gewonnen, drei Viertel wurden importiert. Korrigiert um Bestandsänderungen und abzüglich der Exporte und Bunkerungen, ergibt sich für 2007 ein Primärenergieverbrauch von 477,5 Mio t Steinkohleeinheiten (SKE), das entspricht der Energiemenge von 13.993 Petajoule (PJ). Zieht man von diesem Wert den nicht-energetischen Verbrauch, Umwandlungsverluste, den Eigenverbrauch im Energiesektor und statistische Differenzen ab, erhält man den Endenergieverbrauch von 292,9 Mio t SKE, das entspricht 8.585 PJ. Dabei ist der hohe Anteil der Umwandlungsverluste (fast 27 %) im Energiesektor - Erzeugung und Bereitstellung von Sekundärenergieträgern wie Strom und Nutzenergie - besonders deutlich zu erkennen. Der Endenergieverbrauch teilt sich in die Sektoren Industrie, Verkehr, Haushalte und Gewerbe/Handel/Dienstleistungen auf.

[1] AG Energiebilanzen: Energieverbrauch in Deutschland 2007, Berlin/Köln 1/2008

[2] AG Energiebilanzen: Auswertungstabellen zur Energiebilanz für die BRD 1990-2006

[3] bdew: Energie-Info, Endenergieverbrauch in Deutschland 2006, Berlin Februar 2008