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Umwelt und Beschäftigung

Umweltschutz und Beschäftigung

Die Beschäftigung im Umweltschutz nimmt zu und stabilisiert damit den Arbeitsmarkt in Deutschland.

Im Jahr 2008 waren in Deutschland knapp zwei Millionen Erwerbstätige durch Umweltschutz beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 4,8 % aller Beschäftigten. Damit ist die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zu 2006 erneut gestiegen (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz“). Dies unterstreicht, dass der Umweltschutz ein bedeutender und stabilisierender Faktor für den Arbeitsmarkt in Deutschland ist.

Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen, Bund, Länder oder Kommunen in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Sachgüter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Auf Investitionen und Sachausgaben für den klassischen Umweltschutz entfielen 2008 insgesamt 333 000 Beschäftigte. Den weitaus größten Anteil an der Umweltschutzbeschäftigung verzeichneten allerdings die Personalaufwendungen und umweltorientierten Dienstleistungen mit etwa 1,2 Mio. Arbeitsplätzen - fast zwei Drittel der gesamten Jobs im Umweltschutz. Dem Export von Umweltschutzgütern lassen sich 73 000 Arbeitsplätze zurechnen und den erneuerbaren Energien 322 100 Arbeitsplätze (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz“).

Die für 2008 geschätzte Zahl von nahezu 2 Mio. Personen ist die Untergrenze der tatsächlichen Umweltschutzbeschäftigung in Deutschland – tatsächlich arbeiten noch mehr Menschen im Umweltschutz. Denn etliche Bereiche – wie Ökotourismus, umweltorientierte Versicherungswirtschaft und produktintegrierter Umweltschutz – sind wegen mangelnder Datengrundlagen nach wie vor nicht oder nur unzureichend enthalten.

Umweltschutzbeschäftigung –Entwicklung im Zeitablauf

Die Kurve zeigt nach oben: 166 800 Beschäftigte im Umweltschutz mehr weist die aktuelle Schätzung gegenüber dem letzten Jahr der Erfassung aus (siehe Abb. und Tab. „Erwerbstätige im Umweltschutz“). Dies ist ein Anstieg von 9,4 %. Die Umweltschutzbeschäftigung entwickelte sich damit besser als der Rest der Volkswirtschaft, denn die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt nahm von 2006 bis 2008 lediglich um 3,1 % zu.

Die Entwicklung wird von gegenläufigen Trends geprägt. Neue Jobs entstehen vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien, durch den boomenden Export von Umweltschutzgütern und bei umweltorientierten Dienstleistungen. Dagegen stagnierte zuletzt die Bedeutung von Umweltschutzinvestitionen und Sachausgaben in den klassischen Bereichen Abfall, Gewässer, Lärm und Luft.

Schätzung der Beschäftigungswirkungen durch Export von Umweltschutzgütern stellt Untergrenze dar

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen für den Umweltschutz sichern im Inland zunehmend Arbeitsplätze. Mit seiner Spitzenposition auf dem internationalen Markt profitiert Deutschland seit Jahren von der wachsenden Nachfrage im Ausland. Die für 2008 geschätzte Zahl von 73 000 Beschäftigten, die ihren Job dem Export verdanken, bringt dies nur ansatzweise zum Ausdruck. Da integrierter Umweltschutz nur unzureichend erfasst ist, dürften die Beschäftigungseffekte der Umweltschutzexporte deutlich höher liegen.

Umweltorientierte Dienstleistungen dominieren die Umweltschutzbeschäftigung

Umweltorientierte Dienstleistungen werden in allen Wirtschaftszweigen der deutschen Volkswirtschaft erbracht. Sie treten also nicht nur in dem sogenannten Dienstleistungssektor, sondern zunehmend auch in Bereichen auf, die dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind (siehe Abb. „Erwerbstätige in umweltorientierten Dienstleistungen“). Mit mehr als 1,2 Mio. Beschäftigten entfielen im Jahr 2008 fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze im Umweltschutz auf umweltorientierte Dienstleistungen. Leicht rückläufig waren die umweltorientierten Dienstleistungen im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe sowie bei der Energie- und Wasserversorgung, während in den meisten anderen Wirtschaftszweigen ein deutliches Beschäftigungsplus festzustellen ist.

Rapides Beschäftigungswachstum bei erneuerbaren Energien

Die Nutzung erneuerbarer Energien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Dies spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. Gegenüber 2004 hat sich die Beschäftigung von 160 500 auf 322 100 im Jahr 2008 mehr als verdoppelt (siehe Tab. „Beschäftigte durch Nutzung Erneuerbarer Energien“). Neueste Schätzungen besagen, dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich im Jahr 2011 auf 381 600 gestiegen ist [1].

Mit Ausnahme der Wasserkraft trugen alle Sparten erneuerbarer Energien zu dem Wachstum bei. Den weitaus höchsten Anteil verzeichnen mit jeweils knapp einem Drittel der Bruttobeschäftigung die Biomasse, zu der auch Biokraftstoffe und Biomassebrennstoffe zählen, sowie die Solarenergie. Die Windenergie hat ebenfalls mit ca. 26 % einen hohen Anteil an der Bruttobeschäftigung im Bereich der erneuerbare Energien.

Für die nächsten Jahre ist zu erwarten, dass erneuerbare Energien – als wichtiger Eckpfeiler des Klimaschutzes – weiter an Bedeutung gewinnen. Mit den Beschlüssen zur Energiewende setzte die Bundesregierung im Juni 2011 wichtige Impulse. So hat sie sich das Ziel gesetzt, „den Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch von heute 17 % auf 35 % bis 2020“ zu steigern [2].

[1] DLR, DIW, ZSW, GWS, Prognos, Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien in Deutschland im Jahr 2011 - eine erste Abschätzung- Stand: 14. März 2012

[2] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.): Der Weg zur Energie der Zukunft - sicher, bezahlbar und umweltfreundlich, Eckpunktepapier der Bundesregierung zur Energiewende, Berlin 2011.

 

Letzte Aktualisierung

März 2013