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Abb. Abfallaufkommen -
Abb. Zusammensetzung der Haushaltsabfälle 2010 -
Abb. Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung, Abfallintensität -
Abb. Abfallintensität
Tabellen
Hintergrundinformationen
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Zuordnung des Themas
Driving Force (Treibende Kraft)
Abfallaufkommen
Das Nettoabfallaufkommen sank zwischen 1999 und 2010 um 17,9 %. Das liegt neben statistischen Effekten (zum Beispiel Umstellung des Bilanzmodells ab 2006) hauptsächlich an der konjunkturell bedingten Abnahme der Bau- und Abbruchabfälle. Die Abfälle aus Haushalten nahmen zu. Der Großteil des anfallenden Abfalls wird verwertet. Mehrere Neuordnungen der Abfallstatistik im betrachteten Zeitraum schränken die Vergleichbarkeit der Daten ein und erschweren ihre Interpretation.
Bei der Interpretation der folgenden Angaben zu den einzelnen Hauptabfallströmen ist zu beachten, dass die Abfallstatistik nicht auf eine unmittelbare Erfassung des Abfallaufkommens ausgerichtet ist. Erfasst werden seit 1996 in erster Linie die bei den Betreibern von Abfallentsorgungsanlagen jeweils eingesetzten Abfallmengen. Die Einzelangaben führte das Statistische Bundesamt bis einschließlich 2005 mit Hilfe eines Rechenmodells, basierend auf dem Europäischen Abfallverzeichnis EAV, zum Gesamtabfallaufkommen (Abfallbilanz) zusammen, wobei vom gesamten Input an Abfallentsorgungsanlagen der Output zur Abfallverwertung und Abfallbeseitigung im Inland abgezogen wurde (Nettoprinzip). Dabei konnten Doppelzählungen nicht gänzlich vermieden werden. Seit dem Jahre 2006 werden nun vom Input der Anlagen die bereits in anderen Abfallentsorgungsanlagen behandelten Abfälle (EAV 19, Sekundärabfälle) nicht mehr abgezogen, sondern getrennt ausgewiesen (Bruttoprinzip).
Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit der Daten ergeben sich in der hier betrachteten Periode durch den Wechsel vom stoff‑ und herkunftsorientierten Abfallkatalog der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall LAGA (bis 1998) auf den in erster Linie herkunftsorientierten Europäischen Abfallkatalog EAK (ab 1999). Dies führte zu einer Verschiebung der Abfallmengen in bestimmten Unterpositionen, besonders bei den Siedlungsabfällen, Abfällen aus Produktion und Gewerbe sowie bei Bau- und Abbruchabfällen. Im Jahr 2002 wurde der EAK durch das Europäische Abfallverzeichnis EAV abgelöst, was Verschiebungen innerhalb der Siedlungsabfälle sowie zwischen nicht gefährlichen und gefährlichen Abfällen zur Folge hatte. Die gefährlichen Abfälle werden im Gegensatz zu früheren Jahren ab 1999 als Bestandteil der im Folgenden dargestellten Abfallarten betrachtet und lediglich nachrichtlich als Summe gesondert ausgewiesen.
Des weiteren werden ab 1999 bei den Abfällen aus Produktion und Gewerbe die in die innerbetriebliche Behandlung gehenden Abfallmengen nicht mehr berücksichtigt, Verwertung und Beseitigung werden allerdings weiterhin erfasst.
Ein weiterer Bruch in der Zeitreihe ist durch das ab 2006 auf die Abfallbilanz angewendete Bruttoprinzip entstanden. Mit den früheren Angaben annähernd vergleichbar ist ab 2006 das Nettoabfallaufkommen (ohne Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen).
Seit dem Jahr 2009 weist die Abfallbilanz des Statistischen Bundesamtes die Abfälle aus dem Bergbau nach dem Abfallkapitel 01 des Europäischen Abfallverzeichnisses (Abfälle, die beim Aufsuchen, Ausbeuten und Gewinnen sowie bei der physikalischen und chemischen Behandlung von Bodenschätzen entstehen) aus. Dies führte zu einer erheblichen Abnahme der ausgewiesenen Abfallmengen.
2010 betrug das Brutto-Abfallaufkommen in Deutschland 373,0 Millionen Tonnen (Mio. t). Das in diesem enthaltene Nettoabfallaufkommen (332,7 Mio. t.) sank im Vergleich zu 1999 um 19,9 %. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Abnahme der Bau- und Abbruchabfälle zurückzuführen.
Der Abfallgruppe der „Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Straßenaufbruch)“, die 2010 mit 193,3 Mio. t den Großteil (51,3 %) des Brutto-Abfallaufkommens ausmachte, kommt eine Schlüsselrolle hinsichtlich der geschlossenen Kreislaufwirtschaft zu. Den größten Anteil an dieser Abfallgruppe hat der Bodenaushub, der mit 87 % überwiegend verwertet wird. Auch die restlichen mineralischen Bauabfälle werden zu einem erheblichen Teil verwertet. Die Entwicklung der Bau- und Abbruchabfälle verläuft weitgehend parallel zur konjunkturellen Entwicklung im Baugewerbe (siehe Abb. und Tab. „Abfallaufkommen“).
Rund 14,3 % der Abfälle (53,3 Mio. t) stammten 2010 aus übrigen Abfällen (insbesondere aus Produktion und Gewerbe) [1]. Nach den Bauabfällen war dies demnach die bedeutendste Abfallgruppe.
49,2 Mio. t (13,2 %) des Abfallaufkommens waren 2010 den Siedlungsabfällen zuzurechnen.
78 % der Siedlungsabfälle wurden 2010 verwertet (siehe „Verwertungsquoten der Hauptabfallströme“). 63 % gingen in die stoffliche Verwertung (Recycling).
Haushaltsabfälle machten 2010 mit 43,6 Mio. t rund 89 % der Siedlungsabfälle aus (siehe Abb. „Zusammensetzung der Haushaltsabfälle 2010“).
Die Menge des über die öffentliche Müllabfuhr eingesammelten Hausmülls und der hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle (nicht gefährlich), so genannter Restabfälle, lag 1999 bei rund 209 Kilogramm pro Einwohner (kg/Ew), hinzu kamen etwa 37 kg/Ew Sperrmüll. Zusammen betrug das Aufkommen 246 kg/Ew. Im Jahr 2010 waren es 176 kg/Ew Restabfälle, dazu kamen 30 kg/Ew Sperrmüll, in der Summe also 206 kg/Ew. Das entspricht einem Rückgang um 40 kg/Ew oder etwa 16 %.
Die getrennt zur Verwertung eingesammelten Abfälle (Abfälle aus der Biotonne, Garten- und Parkabfälle und andere getrennt gesammelte Fraktionen, nicht gefährlich) machten dagegen 1999 noch rund 195 kg/Ew und 2010 bereits 327 kg/Ew aus. Hier schlagen allerdings die 2002 erstmals einbezogenen biologisch abbaubaren Garten- und Parkabfälle mit 61 kg/Ew zu Buche.
Insgesamt lag das Aufkommen an Abfällen aus Haushaltungen (nicht gefährlich) 1999 bei 441 kg/Ew. Im Jahr 2010 waren es 527 kg/Ew.
Wurden 1999 etwa 49 % der Haushaltsabfälle verwertet, waren es 2010 bereits 79 %, darunter 63 % stofflich verwerteter Abfälle.
Die Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen [2] machten 2010 mit 36,9 Mio. t etwa 9,9 % des Abfallaufkommens aus. Sie stammen überwiegend aus dem Steinkohlebergbau. Der größte Teil des Materials wird aufgehaldet. Lediglich 1 % kann verwertet werden.
Gefährliche Abfälle werden ab 1999 in der Statistik lediglich nachrichtlich als Summe ausgewiesen. Rund 6 % des Abfallaufkommens gehörten 2010 zu diesem Abfallstrom. Sie fielen vor allem in der Industrie und dem Baugewerbe an und gingen zu 67 % in die Verwertung.
Die Abfallintensität als Indikator für die Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung (siehe Abb. „Entkopplung des Abfallaufkommens von der Wirtschaftsleistung“ und Abb. „Abfallintensität“) sank zwischen 2000 und 2010 mit einer Ausnahme kontinuierlich um 24,7 %.
Der nicht verwertbare Anteil des anfallenden Abfalls muss unter Vermeidung von Umweltschäden und Gesundheitsbeeinträchtigungen für die Bürger beseitigt werden. Vor der endgültigen Ablagerung sind organische Abfälle grundsätzlich mechanisch-biologisch oder thermisch zu behandeln, um sie zu inertisieren und so vor allem die Freisetzung von Sickerwässern und Deponiegas aus Deponien deutlich zu verringern. Seit Mitte 2005 ist die Ablagerung unvorbehandelter organischer Abfälle nicht mehr zulässig. Für Verbrennungsanlagen gelten strenge Standards zur Luftreinhaltung (siehe „Ablagerungsquoten der Hauptabfallströme“).
Weitere Informationen gibt es aus der Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes.
[1] Bis 2008: „Abfälle aus Produktion und Gewerbe“, ab 2009: „Übrige Abfälle (insbesondere aus Produktion und Gewerbe)“
[2] Bis 2008: Bergematerial aus dem Bergbau, ab 2009: Abfälle aus Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen

