Daten zur Umwelt - Umweltzustand in Deutschland
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| D | Abfallaufkommen |
| D | Verpackungsaufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen |
Papierverbrauch und Verwertung von Altpapier
Im Jahre 2007 lag der Verbrauch von Papier, Pappe und Karton in Deutschland bei 256 kg pro Einwohner. Dies entspricht einem Gesamtverbrauch von 21,1 Mio. t. Das Altpapieraufkommen, d.h. die vom Altpapierhandel und den privaten und kommunalen Entsorgern erfasste und der Papierindustrie zugeführte oder exportierte Altpapiermenge, lag 2007 bei 15,4 Mio. t. Dies ergibt eine Altpapierrücklaufquote von rund 73 % (siehe Tab. „Papiererzeugung, Papierverbrauch und Altpapierverbrauch“). In der deutschen Papierindustrie wurden 15,8 Mio. t Altpapier verwertet (siehe Abb. „Altpapierverwertungsquote“). Die Altpapiereinsatzquote, d.h. der Altpapieranteil an der gesamten inländischen Papierproduktion (2007: 23,2 Mio. t) lag damit bei ca. 68 %. Die Altpapiereinsatzquote einzelner Papiersorten, beispielsweise bei den Wellpappenrohpapieren oder bei Zeitungsdruckpapier, liegt über 100 %, da bei der Aufbereitung von Altpapier Sortierreste und alle Verunreinigungen, welche die Qualität des Neupapiers beeinträchtigen, abgeschieden werden müssen (siehe Tab. „Altpapiereinsatzquoten“). Bei diesen Sorten sind nur noch geringe Steigerungen zu erwarten. Eine erhebliche Steigerungsmöglichkeit des Altpapiereinsatzes besteht bei den Zeitschriftenpapieren sowie Büro- und Administrationspapieren, aber auch den Hygienepapieren, was allerdings eine Nachfragesteigerung seitens der Verbraucher voraussetzt.
Durch die Steigerung des Altpapiereinsatzes ist es der deutschen Papierindustrie gelungen, die spezifischen Umweltbelastungen zu verringern. So sank beispielsweise der mittlere Energieeinsatz bezogen auf erzeugtes Papier von 3,413 MWh/t im Jahr 1990 auf 2,382 MWh/t im Jahr 2005. In den folgenden beiden Jahren ist ein leichter Anstieg auf 2,447 MWh/t zu verzeichnen. Dies ist auf Maßnahmen zur Qualitätssteigerung (aufwendigere Sortierung, höhere Weißegrade, glattere Oberfläche) zurückzuführen. Absolut gesehen wurde die Effizienzsteigerung durch die Produktionssteigerung im selben Zeitraum kompensiert: Der Gesamtenergieeinsatz stieg von 190 PJ (1990) auf 299 PJ (2007) [1]. Damit kommt einem maßvollen Papierverbrauch besondere Bedeutung für weitere positive Umwelteffekte zu.
Für das mengenmäßig wichtige Segment der grafischen Papiere – also Papiere, die für Zeitungen, Zeitschriften, Schreib- oder Kopierpapiere verwendet werden – hat das Umweltbundesamt untersuchen lassen, welche Umweltwirkungen während des gesamten Lebensweges dieser Papiere entstehen und welche Umweltentlastungspotenziale der Einsatz von Altpapieren im Produktionsprozess bietet. Die wichtigsten Ergebnisse sind:
· Es ist wesentlich umweltverträglicher, grafische Papiere aus Altpapier herzustellen, als dafür frische Fasern aus dem Rohstoff Holz zu benutzen.
· Am Beispiel gestrichener Zeitschriftenpapiere (LWC-Papier) fällt der Vergleich zwischen altpapierhaltigem und ausschließlich auf Holz basierenden LWC-Papieren eindeutig zu Gunsten des altpapierhaltigen Produktes aus: Vorteile ergeben sich besonders in den Wirkungskategorien Naturraumbeanspruchung, Treibhauspotenzial, Knappheit fossiler Energieträger, Photooxidantienpotenzial (Sommersmog), aquatisches und terrestrisches Eutrophierungspotenzial sowie bei den Indikatoren Ökotoxizität (Giftigkeit für die Umwelt) und Humantoxizität (Giftigkeit für den Menschen).
· Es ist wesentlich umweltverträglicher, Altpapier wieder zu recyceln und daraus neues Papier herzustellen, als Altpapier zu verbrennen, um daraus Energie zu gewinnen. Altpapier auf Abfalldeponien zu beseitigen, ist aus Umweltschutzsicht die schlechteste Lösung.
Ein höheres Altpapierrecycling ist für praktisch alle betrachteten Wirkungskategorien günstiger zu bewerten: Dies betrifft die Knappheit fossiler Energieträger, Treibhauspotenzial, Sommersmog, Versauerungspotenzial und Überdüngung von Böden und Gewässern. Hervorzuheben ist der Vorteil beim Treibhauspotenzial, das eine große umweltpolitische Priorität hat. Für Altpapierrecycling spricht auch, dass mehr Holz auf den Waldflächen verbleibt und infolgedessen das Naturraumpotenzial, also der Anteil der Waldflächen, die vom Menschen weniger intensiv bewirtschaftet werden, ansteigen kann.
[1] Verband Deutscher Papierfabriken e. V., Papier 2008, Ein Leistungsbericht, Tabelle N27

